Sonntag, 8. März 2015

Die nordische Decke

Sieht man gar nicht, was? Aber es ist tatsächlich eine rundum nordische Decke. Der obere Teil ist vom Möbel- Schweden, der untere Teil ist vom Möbel - Dänen, und die Applikationen sind von mir, einem geborenen Fischkopp.
Kennt ihr diese schöne weiße Decke vom Schweden? Sie heisst Ophelia, glaube ich. Sie sieht auch unglaublich toll aus, aber leider ist sie bis dorthinaus dehnbar, sodass aus zwei Meter Decke schnell mal sechs werden und allein das Zusammenlegen eine Strafe ist.
Eines Tages hatte ich die Nase davon voll und beschloss, dem Übel ein Ende zu setzen.
Dafür musste ich zuerstmal diese unsäglich elastische Decke auf einen nicht elastischen Untergrund aufbringen. Also gepinnt, geheftet, genäht .... gepinnt, geheftet, genäht ...
Die Buchstaben IKEA stehen übrigens für Ich Kriege Einen Anfall ....

Zwischendurch lag das Projekt auch sehr lange in der Ecke, aber heute habe ich es endlich geschafft, es zu Ende zu bringen.

Hier das Ergebnis:







Und jetzt ab aufs Sofa damit!

Samstag, 7. März 2015

Verwicklungen

Ich finde diese Shirts ja toll, die so drapiert, verschlungen, verdreht und was weiß ich sind.
Meine Überlegung war nur, wenn man ein solches Shirt trägt .... das haut doch ab, oder? Ich meine, durch den wahnsinns Ausschnitt, der ja auf der ein oder anderen Seite entstehen muss, bleibt es doch im Leben nicht an Ort und Stelle. Und wenn es etwas gibt, was ich so gar nicht leiden kann, dann ist es Kleidung an der man permanent herumzuppeln muss.

Jetzt hatte ich in einem großen sozialen Netzwerk ein ganz toll genähtes Shirt gesehen, bei dem ich anhand der Bilder leider nicht herausfinden konnte, wie es entstanden ist. So musste ich also eine eigene Version erfinden.


 Die Grundlage meines Shirts ist ein kostenloser Schnitt von Bernina für ein T-Shirt im Lagenlook mit Wasserfallausschnitt. Das Lagenlook Detail (was aus meiner Sicht irgendwie altbacken wirkt)  habe ich weg gelassen, ebenso die Ärmel. Die Drapierung für den Wasserfall habe ich nicht mit einem eingenähten Gummiband realisiert, sondern einfach in die Schulternaht mit eingearbeitet.
Dann habe ich angefangen, dein eigentlichen Effekt, den ich erreichen wollte, zu "bauen".
Ich habe zwei rechteckige Stücken Stoff ( Spitze) über Kreuz ans Shirt drapiert.
Mein Grundgedanke war, dass ich so eine eventuelle T-Shirt Flucht über die ein oder andere Schulter vermeide und nicht völlig rückenfrei herumlaufe, zumal die Spitze transparent ist.

Das Shirt passte nach dem ersten Test super. Aber was habe ich jetzt? Genau, den altbackenen Lagenlook ;)

Was diese Art Shirts überhaupt so toll macht, ist ja eben der riesen Ausschnitt, bzw. die Rückenfreiheit.
 Also habe ich noch einmal mutig hineingeschnitten und den Unterstoff auf der Rückseite der Drapierung angepasst.

Aaaaah! Da ist er ja, der gewünschte Effekt!

Und trotzdem blickdicht, da die Spitze immernoch mit Jersey unterlegt ist.

Leider ist es quasi unausweichlich, dass sich das Shirt verselbständigen wird, da ich ja unbedingt auch vorne eine schön drapierte Optik haben wollte und somit eine Mehrweite eingebaut habe, die vermutlich einen "Schwups und weg" Effekt erzielen wird.

Ich denke dass ich im Nackenbereich, also von Schulter zu Schulter, ein farblich passendes Band einnähen werde, damit der Wasserfall nicht tut, was er eben tun muss: fallen.

Dienstag, 3. März 2015

Ich fordere den Frühling heraus ...

Sonntag war meteorologischer Frühlingsanfang, trotzdem sieht es vor meinem Fenster aus wie tiefster November.
Deshalb fordere ich den Fühling heraus, vielleicht nützt es ja was, wenn man ein bisschen nachhilft.

Normalerweise benutze ich keine Kaufschnitte, die meisten meiner Schnittmuster mache ich selber oder ich nehme schnelle Anleitungen, die ich direkt aus dem Stoff schnippeln kann.

An dieser Stelle möchte ich Euch aber zwei Schnitte vorstellen, die ich mir im Laufe der Zeit mal zugelegt habe, denn sie sind wirklich ganz toll.

Das ist einmal die Milana Bag von Lene-Mene-Muh. Meine ist aus rosé farbenem Wildleder in Kombination mit gemustersten Baumwollstoffen in rosa und grün.

Ein wirklich tolles Schnittmuster, es sind gleich mehrere Größen enthalten und die Anleitung ist super verständlich.



Und zum Anderen die Geldbörse "Reini" von Mrs.de-elfjes, Diesen Schnitt gibt es seit einiger Zeit als Freebook. Ich habe schon ein paar davon gemacht und bin immernoch begeistert.





Montag, 2. März 2015

Pimp my shoes

Schuhe sind ja so ein ganz besonderes Thema für Frauen. Wir haben nie genug und nie die Richtigen.
Und ganz bestimmt haben wir auch mindestens ein Paar, dass einfach nicht so richtig passt, nicht mehr schön ist oder schlichtweg ein Fehlkauf war.
Ich habe hier ein paar ehemals weiße Sommerschuhe. Ich mag die Form sehr, aber leider bleibt der Stoff selten lange weiß und dazu hat er noch die Eigenschaft, sich im Laufe der Zeit zu dehnen, sodass der Schuh irgendwann einfach nicht mehr richtig passt.




Im Moment leide ich unter so einem kleinen 50er Jahre Pin-Up / Rockabilly Trip und brauche dringend überall Punkte. Also entschied ich, dass meine Schuhe jetzt so aussehen sollen:


So im ersten Versuch passt er ganz gut, leider muss ich 24 Stunden warten, bis der Kleber völlig durchgetrocknet ist. Diese Zeit werde ich nutzen, den zweiten Schuh fertig zu stellen und dabei ein paar Aufnahmen einzufangen, um zu zeigen, wie einfach das Ganze im Grunde ist.

Zuerst mal wird der Schuh zerlegt. Ich habe die Schuhe nacheinander bearbeitet, damit ich immer einen kompletten als "Richtwert" habe
So sehen dann meine Einzelteile aus:
Auf dem Bild sind jetzt die Oberstoffteile von beiden Schuhe abgebildet, damit man sieht, dass ich sie an der Ferse geöffnet habe. Die Innensohle des Originalschuhs besteht übrigens hauptsächlich aus dickem Papier. Das verleitet mich zu der Annahme, dass die Schuhe sowieso nicht für die Ewigkeit bestimmt waren.
Ich nehme die Innensohle als Schablone für meine neue Sohle, die ich aus einer Lage Kunstleder, Baumwollstoff und Vlieseline herstelle. Kunstleder und Vlieseline schneide ich in Sohlengröße zu, dabei passe ich sie an die Schuhsohle an, damit sie später nirgend übersteht. Den Baumwollstoff schneide ich nachdem ich die Vlieseline aufgebügelt habe mit 1,5cm Zugabe zu, damit ich den Stoff später umlegen kann.

 Bei der roten Naht handelt es sich lediglich um eine Ziernaht, die ich von unten angebracht habe, so konnte ich mich gut an der Sohlenkante orientieren. An den Rundungen habe ich den Stoff mehrfach eingeschnitten, nach unten umgelegt und festgeklebt.

Als nächstes habe ich den neuen "Oberschuh" erstellt. Er besteht bei mir aus einem festem Samtvelours (er gehört eigentlich in den Innenbereich von Autos), einer Lage fester Vlieseline und meinem Oberstoff, in diesem Fall gepunktete Viskose. Das Futter ( den Velours) und den mit Vlieseline verstärkten Oberstoff rechts auf rechts aufeinander legen und den alten Oberstoff als Schablone verwenden, einmal mit Schneiderkreide drumherum malen und fertig. Ich habe das auf rechtekige Stücken gezeichnet, dann die Nahtlinien abgesteppt und danach erst mit einer Zackenschere ausgeschnitten.

Jetzt wird es ein bisschen fummelig, denn man muss das Ganze durch die schmale Seite die später oben auf dem Fuss sitzt wenden. Danach werden die Nähte schön herausgearbeitet, ich gehe dafür mit einem flachen Löffelstiel von innen an den Nahtkanten lang, und das Ganze wird gebügelt.
Bei mir sieht das jetzt so aus. Als nächstes schliesse ich die hintere Kante des Oberstoffes indem ich die beiden Endstücken rechts auf rechts aneinander nähe, der Futterstoff wird dabei nicht mitgefasst, ich klappe ihn schmal um, er wird durch meine Ziernaht geschlossen und fixiert.
Die recht und lienke Seite, also die Klebekanten die unter der Sohle verschwinden, hefte ich mit einem Steppstich aneinander, damit mir beim Kleben nichts verrutscht.
Mein Oberschuh nimmt schon langsam Form an, jetzt kann es wieder ans Kleben gehen.
Ich markiere mir mit Schneiderkreide meine Klebekante ( Quasi die Nahtzugabe) Die Anstoßlinien an der Schuhsohle markiere ich mir, indem ich die lose Sohle links herum in den fertigen Schuh stecke.

Damit alles gut hält, bestreiche ich Schuhteil und Sohle mit Kleber. Einfach die Kanten des Oberstoffes umklappen, mit ein paar Klammern an der Sohle fixieren und trocknen lassen. Ebenso mit der zweiten Seite verfahren.

Wenn Oberstoff und Sohle fest miteinander verbunden sind, muss nur noch alles wieder auf die eigentliche Schuhsohle (den Absatz) geklebt werden.

So wird ein Schuh draus ;)